Naturgefahren im Fokus: Herausforderung für Gesellschaft und Wirtschaft

News – 15 July 2025
Die Zunahme von Extremwetterereignissen wie Hochwasser, Hitzewellen und Erdrutschen macht die wachsende Bedrohung durch Naturgefahren auch in der Schweiz deutlich spürbar. Zu den jüngsten Beispielen zählt die Evakuierung von Blatten (VS) im Mai 2025, wo ein massiver Bergsturz einen Grossteil des Dorfes verschüttet hat. Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind mehr als 20 % der Schweizer Bevölkerung sowie ein wachsender Anteil an Sachwerten in potenziell gefährdeten Gebieten angesiedelt. Der Klimawandel wirkt dabei als Risikoverstärker: Ereignisse wie Überschwemmungen, längere Dürreperioden oder Bergstürze treten gehäuft auf. Gleichzeitig nehmen die wirtschaftlichen Auswirkungen naturbedingter Schadenereignisse im Immobiliensektor deutlich zu – nicht nur durch direkte Gebäudeschäden, sondern auch durch eine sinkende Standortattraktivität sowie steigende Betriebskosten bspw. durch Kühlung oder versicherungstechnische Auflagen. Dies kann zu tieferen Immobilienpreisen führen und in Wertberichtigungen in Immobilienportfolios resultieren. Diese Entwicklung erhöht den Handlungsdruck für Investor:innen, Eigentümer:innen, Projektentwickler:innen und finanzierende Institute, sich systematisch mit naturbezogenen Risiken auseinanderzusetzen – sowohl in der Objektbewertung als auch in der strategischen Risikosteuerung von Portfolios und der Risikoberichterstattung.

Neues Rundschreiben für Banken und Versicherer: FINMA verschärft Anforderungen

Vor diesem Hintergrund verschärft die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) die aufsichtsrechtlichen Erwartungen an Finanzinstitute. Mit dem neuen Rundschreiben 2026/1 „Naturbezogene Finanzrisiken“ verpflichtet sie Banken und Versicherer, naturbezogene Risiken systematisch zu identifizieren und zu beurteilen. Die Wesentlichkeitsbeurteilung soll sich mindestens auf qualitative Szenarioanalysen stützen. Ausserdem verlangt die FINMA, dass diese Überwachung in das institutsweite Risikomanagement integriert wird. Ab 2026 gelten diese Anforderungen in Bezug auf klimabezogene Finanzrisiken zunächst für Institute der Aufsichtskategorien 1 und 2, ab 2027 auch für Institute der Aufsichtskategorien 3, 4 und 5.

Datenbasierte Lösungen für Einzelobjekte und Portfolioanalysen

IAZI unterstützt Banken und institutionelle Immobilieninvestoren gezielt bei der Umsetzung dieser neuen Anforderungen mit datengetriebenen Analysen auf Stufe Einzelobjekt und Portfolio. Dabei verfolgt IAZI einen präventiv-informativen Ansatz, bei dem potenzielle Risiken frühzeitig erkannt, transparent dargestellt und gezielt an den relevanten Stellen im Prozess ausgewiesen werden. Konkret bietet IAZI für jeden Standort in der Schweiz Angaben zu den relevanten Naturgefahren wie Hochwasser, Oberflächenabfluss, Hagel, Sturm, Steinschlag/Felssturz, Erdbeben, Lawinen, Rutschung und Radon an. Die Informationen basieren auf den hochauflösenden amtlichen Gefahrenkarten, wobei insbesondere die Gefahrenstufen «erheblich» und «mittel» von Interesse sind. Auf Portfolioebene erlauben diese Informationen eine systematische Analyse zur Gefahrenexposition des gesamten Liegenschaftsbestands. Im IAZI-Portfolio-Cockpit werden alle Objekte mit ihrer Gefahrenstufe angezeigt. Gefährdete Objekte können unkompliziert gefiltert und aggregierte Ergebnisse einfach abgebildet werden. Unsere Tools liefern strukturierte, auditierbare Informationen, welche direkt in Nachhaltigkeitsberichterstattungen integriert werden können. Des Weiteren werden in Zusammenarbeit mit Partnern Auswertungen im Bereich Klimarisiken mit Fokus auf zukunftsgerichtete Szenarioanalysen angeboten. Damit schafft IAZI eine ideale Entscheidungsgrundlage für ein zukunftsfähiges Risikomanagement im Einklang mit den regulatorischen Anforderungen.

 

Quellen: Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott, Grafik: IAZI

Autoren

Tamara Bigler
Consultant HEDO

tamara.bigler@iazi.ch

Joël Hofstetter
Data Product Manager

joel.hofstetter@iazi.ch

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